Besonders in Italien feiert man Ostern „Pasqua“ groß und mit der Familie, dazu gehören Traditionen und Schlemmereien wie die „Colomba pasquale„. Auch wenn nicht, wie an Weihnachten, über einen ganzen Monat hinweg gefeiert wird, stehen die Feierlichkeiten in Italien dem nicht nach. Angefangen am Palmsonntag bis zum Ostermontag hinweg, sind es Prozessionen, Feierlichkeiten und Familienfeste, die im Vordergrund stehen.

Die Schlemmereien und das Zusammensein mit der Familie stehen mitunter im Vordergrund und so wird das Fasten mit einem üppigen Tisch gebrochen.

Wie mancherorts das Osterfest gefeiert wird und aus was das „Colomba pasquale“ besteht, erfahrt ihr im Blog mit dem passenden Rezept zum nachbacken des Hefekuchens in Form einer Taube.

„Natale con i tuoi, paqua con chi vuoi“

„Weihnachten mit deinen Eltern, Ostern mit wem du willst“

heißt es in vielen Familien in Italien.

Ostersonntag

Das Ende der Fastenzeit wird eingeläutet. Natürlich steht der Gang zur Kirche ganz oben. In zahlreichen Orten finden große und kleine Prozessionen statt.

Sizilien macht es vor. Hier gibt es reium so viele Prozessionen und verschiedene Arten, die man nur hier erleben kann.

Nach dem offiziellen Teil, wird entweder gemeinsam im Ort gegessen und in größeren Städten in der Großfamilie. Und da Essen bei Italienern von Grund aus ein großes Thema ist, dauert das Stunden, mit allerlei Köstlichkeiten und viel Lärm, bei all den wilden Gesprächen.

Ostermontag

„Pasquetta“ so das italienische Wort für „Ostermontag“.

Und wie so oft, dreht sich alles über das Thema Essen und zwar in Form eines Picknicks mit Familie und Freunden

Osterbräuche in Italien

 

Darstellung der Christuspassion

In Grassina, in der Toskana Nähe Florenz wird am Karfreitag die Darstellung de Christuspassion aufgeführt. Bei dem Spektakel verwandeln sich bis zu 500 Menschen mit ihren historischen Gewändern in die Aufführung und ziehen durch den Ort. Das Ziel ist der Kalvarienberg, wo dann die Szenen vor Geburt Jesus dargestellt werden.

 

Eine riesige Taube

In der Region Chianti, in Greve, hat eine riesige Kunststofftaube ihren großen Auftritt. Vor der Kirche wird sie an einem Drahtseil quer über den Platz befördert. Ein Schauspiel für groß und klein.

 

Riesiges Schokoladenei

Das wetteifern um das größte Schokoladenei, das findet in Castiglione statt. Jedes Jahr an Ostern wird das größte Schokoladenei gekürt. Santori, die ansässige Schokoladenfabrik sorgt dabei für das große Ei. Bei einem gemeinsamen Mittagessen wird dann das große Schokoei mit allen Anwesenden geteilt.

 

Das Kreuz Jesu

In Assisi, in der Region Umbrien wird am Gründonnerstag das Kreuz Jesu in der Kathedrale von San Rufino aufgestellt. Bei der Prozession am Karfreitag wird es dann von der Kathedrale in die Basilika des Heiligen Franziskus. Am Abend wird die Madonnen-Statue feierlich getragen.

 

Eierzerschlagen auf dem Dorfplatz

Die Regeln: zwei gekochte Eier, die in Form eines „S“ auf dem großen Piazza gelegt sind. Dann kann es auch schon losgehen. Wer anfängt, wird ausgelost und derjenige nimmt sich dann ein Ei, das seiner Meinung nach das Spiel gewinnt. Nun wird mit der Spitze des Ei´s aneinandergeschlagen. Dessen Ei kaputt geht, muss das heile Ei an den Gewinner abtreten.

Wer am Ende die meisten Eier hat, ist der Sieger.

 

Auf italienischen Tellern

Das Essen in Italien eine große Rolle spielt, wissen wir ja bereits. und neben den Klassiker wie Lamm, kommt auch vieles weitere auf den Tisch , wie Eintopf, Schmorbraten und Lasagne.

Und auch in den Regionen gibt es Unterschiede. In Neapel wird ein salziger Hefekuchen, der sogenannte „Casatiello“ serviert oder ein Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat namens „Torta di Pasuetta“.

In südlichen Regionen gibt es kommt „Pastiera napoletana“ auf den Tisch, gefüllt mit aufgequollenem Weizen, Ricotta und Orangenblütenwasser. Manchmal wird auch, von Region zu Region unterschiedlich, statt Weizen Reise verwendet– ähnlich wie das Ei ein Symbol der Fruchtbarkeit.

Zum Abschluss gibt es natürlich auch noch etwas „Dolce“. ein Klassiker ist der „Colomba pasquale“, den in Italien  wirklich jeder kennt.

Colomba pasquale Rezept

Rezept „Colomba pasquale“ – Ostertaube

Die „Colomba pasquale“ heißt übersetzt „Ostertaube“, auch einfach Colomba (Taube) genannt. Sie wird mit ausgebreiteten Flügen ausgebacken und stellt Jesus dar. Der Hefekuchen hat typischer Weise Mandeln, Aprikosenkerne, Haselnüsse und Cashewkerne und ebenfalls Orangeat und Zitronat.

Üppig verziert wird sie dann an Verwandte, Freunde und Bekannte verschenkt.

 

Zubereitung

 

  • Hefe in leicht warmer Milch auflösen und mit dem Mehl zu einem Vorteig verkneten. Den Vorteig in einer abgedeckten Schüssel bei Zimmertemperatur mindestens 3 Stunden oder über Nacht gehen lassen.

 

  • restliche Mehl mit Salz, Eiern und dem Eigelb sowie 100 g Butter, Zitronat und Orangeat und abgeriebene Zitronenschale (unbehandelt) und der leicht warmen Milch mit den Knethaken zu einem Teig verarbeiten.

 

  • Den Vorteig in Stücke teilen und dem anderen hinzufügen und zu einem homogenen Teig verkneten

 

  • Den Teig nun in eine gefettete Schüssel geben, mit einem feuchten Küchentuch abdecken und über Nacht im Kühlschrank oder an einem kühlen Ort gehen lassen. Am nächsten Morgen sollte der Teig abgedeckt ca. 2 Stunden bei Zimmertemperatur stehen.

 

  • Jetzt Teig zusammen mit der restlilchen Butter (100 g) verknetet

 

  • Nun den Teig abgedeckt für 2 bis 3 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.

 

  • Nun kann man die feuerfeste Papierform in Form einer Taube mit dem Teig befüllen.

 

  • Den Backofen auf ca. 190°C (Umluft) vorheizen.

 

  • Den Zucker mit den gemahlenen Mandeln und dem Eiweiß gründlich verrühren. Sollte die Glasur zu fest sein, 1 Teelöffel Orangenblütenwasser hinzufügen. Mit einem Pinsel gleichmäßig die Oberfläche der Taube bestreichen. Solange die Glasur noch flüssig ist, den Hagelzucker und Mandeln draufgeben.

 

  • Die Form auf unterster Schiene für ca. 10 Minuten backen und dann die Temperatur des Ofens auf ca. 160°C reduzieren und für weitere 35 – 40 Minuten backen. Mit einem Stäbchen testen, ob der Teig fertig ist. Sollte noch etwas Teig am Holzstäbchen hängen bleiben, vorsichtig weiterbacken lassen. Wenn die Taube fertig gebacken ist, kurz warten und dann aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

Zutaten

 

Für den Vorteig:
  • 60 g Mehl Type 405
  • 50 ml Milch
  • 28 g Hefe (frisch)
Für den Teig:
  • 560 g Mehl Type 405
  • 100 ml Milch
  • 2 Eier
  • 1 Eigelb
  • 2 x 100 g Butter
  • 100 g Zitronat
  • 100 g Orangeat
  • 110 g Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
  • optional 2 TL Orangenblütenwasser
Für die Glasur:
  • 85 g Zucker
  • 30 g gemahlene Mandeln
  • 1 Eiweiß
Zur Dekoration:

Achja! Ostereier wie bei uns in Deutschland sucht man in Italien vergeblich. Zumindest nicht in der Form, wie es die Kinder hier gewohnt sind. Kinder in Italien bekommen am Ostersonntag große, bunt verpackte Schokoeier geschenkt, in denen sich ein Spielzeug versteckt.

Und auch die großen „Kinder“ kommen zu ihrem Spaß, wenn diese riesigen Eier in einer Art Tombola am Karsamstag in einigen Bars verlost werden.

Buona Pasqua!
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