Die Insel Île de Gorée liegt vor den Toren von Dakar. Nur 3 Kilometer von der Hauptstadt entfernt. Fernab vom lauten Verkehr und geschäftigen Treiben. Autofrei und idyllisch ist diese kleine Insel mit einer bewegenden Geschichte. Aber die Idylle der Insel steht im Kontrast zu ihrer düsteren Vergangenheit, denn die Insel ist für den Ausganspunkt des Sklavenhandels bekannt geworden.

Trotz der Vergangenheit hatte die Insel mehrere Besitzer. Île de Gorée wurde immer wieder weitergereicht von den Portugiesen angefangen bis zuletzt an die Engländer. Sie ist gerade einmal 36 Hektar groß, einen Kilometer lang und 300 Meter breit. Schützend liegt sie in einer Bucht hinter Cap Manuel. Heute gehört Île de Gorée zum UNESCO Weltkulturerbe.

Die Entscheidung auf der Insel Île de Gorée zu übernachten anstatt in Dakar, ist relativ einfach. Die Großstadt ist viel zu laut und stickig für einen gemütlichen Ausklang. So geht es nun am späten Nachmittag mit der Fähre rüber auf die Insel.

Die Überfahrt dauert nicht lange, in etwa 20 Minuten ist man auf der kleinen Insel. Hier warten schon die Tagestouristen aus Dakar für ihre Rückfahrt in die Hauptstadt. Für mich beginnt hier erst meine kleine Auszeit. Ein Mann vom Hotel wartet bereits an der Anlegestelle und bringt mich zu meiner Unterkunft. Schnell packe ich meine Kamera um das letzte Tageslicht auf der Insel einzufangen.

Blick vom Wasser aus auf die  Insel Île de Gorée, Senegal

Mich zieht es durch die kleinen Gassen mit ihrem Kopfsteinpflaster, vorbei an Kolonialhäusern, kleinen Wandkunstwerken und Menschen, die draußen sitzen und miteinander plaudern.

Auch die Vierbeinigen Bewohner der Insel Île de Gorée genießen das ruhige Leben ohne Autos und ohne Hektik.

Als ich eine Gasse entlang ging, saßen auf der Bank links zwei Frauen und unterhielten sich und lachten miteinander. Eine von ihnen, zog sofort meine Aufmerksamkeit auf mich und ich hätte zu gern ein Portraitfoto von ihr.

Ich nähere mich langsam und versuche Augenkontakt mit ihr herzustellen um freundlich um ein Foto zu bitten. Also deute ich auf meine Kamera. Sie lachte zuerst und ich dachte, sie gibt mir sicherlich gleich einen Korb, wie in den letzten Tagen so oft. Aber sie willigte nun doch ein und ich mache ein Foto.

Auf der Insel wohnen ca. 1.700 Menschen, wovon die meisten ihren Unterhalt mit den Tages- und Übernachtungstouristen verdienen. Manch einer verkauft seine Kunst auf der Insel, von selbstgeflochtenen Taschen bis hin zu Wandbildern. Und andere wiederum ein Stück afrikanische Kultur in Form eines Baobab Stecklings. Auch ich lasse mich inspirieren und handle um ein Bild. Es besteht aus winzig kleinen Wax Stoffresten auf einer Leinwand die im ganzen die Form vom Kontinent Afrika ergibt. Die Verhandlungen laufen am Anfang zäh und ich ziehe erst einmal weiter. Auf dem Weg hinauf zum Ausblickhügel, tummeln sich noch weitere Künstler rechts und links entlang des Weges. Aber in meinen Augen, gibt es kein schöneres, das ich zu Anfang des Weges entdeckt habe.

Auf dem Rückweg komme ich erneut vorbei und der Künstler erkennt mich wieder und wird milder und wir einigen uns auf einen Preis. Glücklich mit meinem kleinen Souvenir geht es wieder in Richtung Hafen.

Die letzten Sonnenstrahlen sorgen für eine tolle Lichtstimmung auf der Insel Île de Gorée und ich mache noch ein paar Fotos. Danach packe ich meine Kamera ins Hotel und werfe mir noch schnell etwas Warmes über. Der Wind auf der Insel ist richtig frisch *brrrr*.

Jetzt geht es wieder Richtung Hafen, dort gibt es noch ein nettes Restaurant mit Blick auf´s Wasser. Leider gibt es jetzt nur noch was zum trinken und kein Abendessen mehr. Hätte ich mal nicht so getrödelt. Die Bedienung empfiehlt aber noch eine Möglichkeit – das La Crêpe Saint-Louisienne. Nicht gerade vielversprechend, aber ich versuche mein Glück. Viel Auswahlmöglichkeiten gibt es nicht. Die Mehrheit der Restaurants hat gar nicht erst geöffnet und das, was offen ist, serviert nun kein Essen mehr heute Abend.

Die Crêperia entpuppt sich als Glücksgriff. Die Küche vom  La Crêpe Saint-Louisienne hat eigentlich bereits geschlossen. Ich bestelle etwas zum Trinken und zum Essen und bekomme dennoch einen vegetarischen Crêpe. Mangels meiner Französschkenntnisse, habe ich überhaupt nicht bemerkt, dass mir das Personal ständig zu verstehen gegeben hat, dass die Küche eigentlich bereits Feierabend hat. Jetzt muss das Küchenpersonal wohl Überstunden machen. Für mich allerdings lohnenswert und lecker.

Satt und zufrieden geht es nun zurück ins Hotel Chez Eric und ich falle müde ins Bett.

Am nächsten Morgen geht es zurück nach Dakar. Ich „falle“ früh morgens aus dem Bett. Für mich, eindeutig zu früh. Eine kurze Dusche zum aufwachen und die Sachen sind schnell gepackt. Die Fähre zurück nach Dakar soll um 8 Uhr ablegen, deswegen hat gestern Eric, der Hotelbesitzer angeboten, dass Frühstück vor der Frühstückszeit vorzubereiten. Also geht es in den 1. Stock auf die Terrasse. Der Mann, der mich gestern am Hafen zum Hotel gebracht hat, stellt mir den Kaffee hin. Es ist wohl auch nicht seine Uhrzeit, alles dauert etwas lang. Ein schneller Kaffee ist noch drin und mit dem Croissant in der einen Hand und dem Koffer in der anderen Hand geht es schon Richtung Hafen. Das mit dem Frühstück hat eher nicht so geklappt, aber egal.

Der Weg zur Anlegestelle von Île de Gorée ist nicht weit. Das Schiff legt an und die Ersten gehen von Bord. Etwas verspätet legt das Schiff Richtung Dakar ab. Wenn ich das gewußt hätte, hätte ich noch in Ruhe gefrühstückt. Aber mit dem Blick auf´s Meer und dem Croissant als Proviant, lässt sich die Überfahrt genießen und der neue Tag beginnen.

Schön, dass du da bist!

Ich hoffe dir gefallen meine Blogbeiträge und Infos und ich konnte dich mit meiner Leidenschaft zum Reisen und zur Fotografie ein Stück mitnehmen.

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