The heart in the darkness – Das Herz in der Dunkelheit

So heißt der Artikel von ABC News.

Roebourne ist bekannt für die Alkohol- und Drogenprobleme der Bewohner. Die Stadt im australischen Pilbara kämpft um einen besseren Ruf und eine kleine Gruppe von Menschen kämpfen mit ihnen.

Roebourne

Die Stadt die einst durch den Höhepunkt des Goldrauches Ende des 19. Jahrhunderts mit seinen Siedlungen entstand, liegt zwischen Darwin im Northern Territory und 1.563 km von Perth, Western Australia entfernt. Der Name der Stadt „Roebourne“ stammt von John Septimus Roe, ein Landvermesser von Westaustralien. Dank seiner Entdeckungsreisen wurde er zu einem der bedeutendsten Entdecker Australiens und dadurch häufig als der „Vater der Entdecker Australiens“ bezeichnet. So auch der Auszug auf Wikipedia des es hier nachzulesen gibt.

Nach dem Ende des Goldrauches verlor die Stadt Roebourne seine Einnahmequelle und damit seine Attraktivität. Die damaligen Einwohner verließen die Stadt und zogen weiter. Das Einzige was an die Geschichte der Goldgräberstimmung erinnert, sind die staatlichen Gebäude der Stadt.

Später machte die Stadt mit anderen Geschichten auf sich aufmerksam. So gab es in Roebourne zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen Aborigines und der Polizei. Mitunter lebten zum damaligen Zeitpunkt 1.200 Aborigines in der Stadt. Dies entsprach dem Fünffachen des Durchschnitts von gewöhnlich dichter besiedeltem Gebieten in Westaustralien.

Nun lebt die Stadt weitestgehend vom Tourismus der von der in der Nähe befindlichen North West Coastal Highway nach Roebourne kommt. Denn diese ist auch der Zugang zu zahlreichen Nationalspark im Landesinneren von Westaustralien.

 

4x4 Camping Auto in Roebourne bei Sonnenaufgang 

Mit den ersten Sonnenstrahlen startet der Tag von Neuem in Roebourne. Mein erster Blick geht auf die Straße, um von weitem zu erkennen, ob die Straßensperre weg ist. Aber es sieht nicht danach aus.

Also mache ich mir einen Kaffee und schaue der Sonne zu wie sie am Horizont aufsteigt. Mit der Sonne wachen auch die australischen Fliegen auf und tun das, was sie am besten können – nerven. Im Gegensatz zu den deutschen Fliegen sind diese hier viel kleiner und umzingeln dich, setzten sich auf und in die Nase, in die Augen und sind eigentlich überall. Man macht sich schon lustig darüber und nennt das Rumwedeln zum Verscheuchen der Viecher den australischen Outback Gruß. Einen richtigen Australier im Outback allerdings, lässt das kalt und er zuckt nicht mal mit der Wimper, wenn ihm die kleinen schwarzen Quälgeister im Gesicht umhertapsen.

Geländewagen Sonnenaufgang in Roebourne

Meine Kaffeetasse ist leer und ich starre immer wieder Richtung Straße. Von weitem erkenne ich die Straßensperre, die genauso dasteht, wie vor einer halben Stunde.

Mittlerweile erreicht das Thermometer schon die 30 Grad obwohl es noch nicht mal 10 Uhr ist und weit und breit ist hier kein Schatten, außer der von meinem Camper. Hier rumsitzen warten und schwitzen löst die Straßensperre auch nicht auf und ich überlege mir die Roebourne anzusehen.

Sonnenaufgang in Roebourne in Western Australia

Mount Welcome Lookout

Auf dem Mount Welcome Lookout hat man einen 180 Grad Blick über Roebourne. Bei dem Ausblick über das Land begleiten einen sechs Aborigines Silhouetten Statuen, die auf einem Bein und einem Speer in der Hand in verschiedene Himmelsrichtungen blicken. Diese Silhouetten repräsentieren die unmittelbaren Nachbarn der Ngarluma im Land die in dieser Richtung ihre Heimat haben. Auf deren Schildern steht geschrieben „Ein Blick auf unser Land“ und weist auf die jeweilige Heimat der indigenen Bevölkerung. Denn sie leben respektvoll auf dem Grund der Ngarluma.

Sie sind in alle Himmelsrichtungen verstreut. Die Tindjibarndi leben im Süden beginnend bei den Chichester Ranges. Unmittelbar südlich ihrer Grenze, bei der Hamersley Range, sind die Banyjima. Die südlichsten Nachbarn der Ngarluma sind die Kurrama. Die nach Nordwesten zeigende Silhouette deutet auf die dort lebenden Taburara und im Westen auf die Martathunira. Die Kariyarra leben als Nachbarn im Osten. Die jeweiligen Grenzen zum Ngarluma-Land sind der Maitland-Fluss im Westen und der East Peawah River im Osten.

 

Die Aussicht vom Mount Welcome Lookout ist atemberaubend, berauschend und man kann die Geschichte durch die Blickrichtung der Figuren, die in ihr Land blicken förmlich spüren.

Nach dem Blick in alle Himmelsrichtungen mach ich mich auf dem Weg nach unten. Vielleicht gibt es in der Stadt etwas zu entdecken oder ein nettes Café. Ich finde jedoch leere Straßen, verlassene Häuser, lautstreitende Kakadus und etwas Kunst an einer Mauer.

Auch die letzte Autoreparatur scheint schon etwas länger her zu sein und wenn ich ehrlich bin, sieht diese Werkstatt nicht sehr vertrauenserweckend aus.

Nachdem ich die Seitenstraße unsicher gemacht habe und weit und breit nichts und niemand ist, kein Café, kein Supermarkt, nicht mal ein kleiner Tante Emma-Laden, mache ich mich auf den Weg zurück, an die Stelle kurz vor der Straßensperre, an der ich schon die Nacht verbracht hatte.

Ich brauchte kein Fernglas um zu erkennen, dass die Straßensperre noch immer die Weiterfahrt verhindert. So stelle ich meinen Camper auf den riesigen Platz zurück und mache mich mit meiner Kamera in Richtung Straßensperre auf.

Mitten im Nirgendwo taucht das Tor zu einer Rennbahn auf. Pferde sind keine zu sehen, aber ein Namensschild und Bilder.

Das Wasser am Rande der Straße, die herumliegenden Straßenschilder und verbogene Schilder lassen ahnen, was der Zyklon gerade in den Städten anrichtet, auf die er trifft.

Der Tag endet wie der vorherige – mit einer immer noch gesperrten Straße. Hin und wieder kann man einen Scheinwerfer aufblitzen sehen und nur wenige Minuten später erneut, wenn das Auto gedreht hat und wieder zurückfährt.

Wer schon mal in Afrika oder im australischen Outback war, kennt den fantastischen Blick in die Dunkelheit, hinauf zum Himmel mit seinen Sternen, die blinzeln und leuchten. Und dann taucht dort am Himmel ganz deutlich die Milchstraße auf.

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