Heute ist endlich der Tag. Endlich raus aus dieser Stadt Colombo.
Für 7 Stunden wird der Zug mitten durch Sri Lanka rattern. Aber bis dahin, dauert es aber noch eine Weile, denn wer mich gut kennt weiß, das Zugfahren nicht unbedingt meine Stärke ist. Aber eins nach dem anderen.

Mit Freude, das es nun bald in die nächste Stadt weitergeht, packe ich meinen Rucksack und mache mich am frühen Nachmittag mit dem Tuk Tuk Richtung Colombo Fort, dem Bahnhof auf. Mein Ticket hatte ich bereits zwei Tage zuvor gekauft. Das ich einen Tag länger in Colombo bleiben musste, hatte ich ja in meinem letzten Blogbeitrag schon erzählt. Da ich einiges an Puffer eingeplant hatte, hatte ich also vor Ort noch genügend Zeit und erkundigte mich im Tourist Office nach Optionen für die nächsten Zugfahrten und verpasste promt meinen gebuchten Zug. Der Herr im Touristenoffice war so freundlich und organisierte mir ein neues Ticket, allerdings für eine Abfahrt erst am Abend. Noch länger in Colombo bleiben war für mich aber keine Option mehr – ich wollte weiter.

Endlich, ich konnte weiterziehen und stieg in den Zug. Noch vor der Abfahrt stellte sich heraus, das das Ticket, das mir der nette Herr organisiert hatte, erst für den nächsten Tag galt. Nach kurzem hin und her konnte ich bleiben und war von nun an an jeder Haltestelle vom Schaffner umgesetzt worden.

Das erste Abteil teilte ich mir mit zwei Familien, die mir sofort ihr selbstgekochtes Essen anboten. Noch vor der Fahrt wurden die Sitze zu einem Esstisch umfunktioniert. Nach wenigen Minuten, als sich der Zug in Bewegung setzte, verstand ich, warum sie bereits schon im Bahnhof zu essen begannen. Der Zug rattert und schaukelt sich also durch die Nacht, bis nach Anuradhapura, New Town.

Vor dem Ausstieg ermahnte mich der Schaffner, vorsichtig zu sein, da es nur ein schmaler Bahnsteig ist. In Wirklichkeit war es eine einfache Wiese und Steine.

Mittlerweile war es 2 Uhr morgens, die wenigen Tuk Tuks waren schnell belegt und knatterten ohne mich davon. Mir blieb also nichts anderes übrig als ein Stück auf die Hauptstraße vor zu gehen. Währenddessen begegnete mir eine Familie, die ebenfalls auf der Suche nach einem Tuk Tuk war und nahm mich in ihre Obhut und setzten mich final in einen fahrbaren Untersatz der mich dann in das Hotel brachte. Endlich – eine Dusche und ein Bett. Gute Nacht!

 

Anuradhapura

Ist die Hauptstadt der Nord-Zentralprovinz von Sri Lanka und Pilgerziel für viele Buddhisten. Und zugleich eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte die 1982 zum UNESCO-Welterbe ernannt wurde.

Am besten kann man diesen riesigen Bereich mit einem Tuk Tuk, Auto oder einem Fahrrad erkunden. Ich entschied mich für letzteres.

Das Gelände, das man für 25 USD besichtigen kann, ist riesig und unübersichtlich. Der ausgehändigte Lageplan ist so schlecht lesbar, das man besser seinem Instinkt oder einer App vertraut. Ich glaube fast, man schafft es nicht, an einem Tag alles zu besichtigen.

Ein wunderbarer und schöner Platz ist der Bodhigara, ein Schrein der rund um den Bodhibaum errichtet wurde. Darin befindliche als Samadhi-Buddha bekannte Statue des Erleuchteten.

Mittlerweile ging es Richtung Abend und ich erreichte einen großen See. Darin spiegelte sich auf der anderen Seite eine große Stupa im Wasser. Ein Stück weiter wuschen sich Männer und Frauen darin und säuberten ihre Kleidung.

Sie luden mich ein, auch ein Bad darin zu nehmen. Nach einer langen Radtour, bei großer Hitze, war das eine willkommene Abkühlung.

Tantirimale

Am nächsten Tag mietete ich mir ein Tuk Tuk und fuhr nach Tantirimale.

Nach nur wenigen Meter trafen wir auf einem Mann, der sein Motorrad voll mit Bananen geladen hatte und am Straßenrand stand und die Affen gefüttert hat und gab mir eine ganze Handvoll davon zum verfüttern.

Nordwestlich, etwa 42 km von Anuradhapura, liegt ein Kloster in Tantirimale, das rund herum prähistorische Grabfunde aufweisen.

Laut Überlieferung, soll ein Brahmane namens Thivakka eine Nonne zusammen mit den Boddhibaum aufgenommen haben. Sie überlies ihm aus Dankbarkeit eines der 8 jungen Triebe des Baumes. Einer dieser Boddhibäume steht nun hier an diesem Ort und gilt ebenfalls als ein Pilgerort.

Eine Tuk Tuk Fahrstunde mit Prasad

Es sieht immer so einfach und putzig aus, wenn sich die Tuk Tuks zwischen den Autos und Busse schlängeln. Aber das fahren ist gar nicht so einfach.

Links am Hebel ist die Schaltung und Kupplung, unten rechts die Bremse und oben das Gas. Schalter für den ersten Gang drehen, Kupplung loslassen und leicht Gas geben. Dann fuhr ich ein paar Kilometer mit dem grünen Tuk Tuk.

Das war meine Fahrstunde mit Prasad. Ein wirklich cooler Typ, der mich dann Abends noch zu seiner Familie eingeladen hat, die ich bei Tee und selbstgemachten Süßigkeiten kennenlernen durfte.

Wer einmal in Sri Lanka, besser gesagt in Anuradhapura ist, sollte seine Fahrt bei ihm buchen: Travel with Prasad (Dananjaya) +94-71 123 1994 | Travelwithprasad3@gmail.com

Affe auf einem Stein in Sri Lanka

Wer den Weg nach Tantrimalie unternommen hat, sollte unbedingt auch noch einen Stopp im Nellikulama Temple einlegen. In einem Waldstück führt ein wunderbarer Weg, gesäumt von hintereinander gereihten Statuen Buddhas und 500 Anhängern, die die Ankunft Buddhas und seiner Begleiter in Sri Lanka darstellen. Der Weg schlängelt sich entlang der Statuen hinauf auf einen Aussichtspunkt, an dem der Weg endet.

Besonders am späten Nachmittag schimmert das Licht durch die Blätter der Bäume und lassen diesen Ort noch magischer und ruhiger wirken.

Gläubige in weiß gekleidet beim beten

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