Namche Bazar

Pfad der Riesen

Die ersten Eindrücke setzen sich langsam und das heutige Tagesziel steht an – Das „Tor zum Everest“. Der Ort ist Dreh- und Angelpunkt für jeden Trekker der in Richtung Mount Everest Base Camp oder weiter möchte.

Das Dorf liegt auf 3.440 Meter und gilt als wichtiger Handels- und Versorgungsort in der Khumbu-Region in Nepal.

Insgesamt liegen knapp 800 Höhenmeter zwischen dem Ausgangsort Phakding bis zum Ziel Namche Bazar vor mir.

 

Stupa-auf-dem-Weg-nach-Namche-Bazar-in-Nepal

Wo der Wind die Gebete trägt

Unterwegs nach Namche Bazar

Jetzt heißt es das Gepäck packen, eine Kleinigkeit frühstücken, dann geht es auch schon los.

Es ist bereits hell, aber die Temperaturen noch recht frisch. Vor der Lodge ziehen bereits die ersten Sherpas und Yaks vorbei. Unterhalb der Gebetsmühle ist der Hinweis wohin es geht.

Gebetsmühle und Wegweise nach Namche Bazar
Die Gebetsfahnen begleiten einen auf dem ganzen Trekking, genauso wie die unzähligen Lastentiere wie Maulesel und Yaks. Dazwischen mischt sich immer wieder ein „Namaste“ von vorbeiziehenden Sherpas und Trekker sowie Porter, die mit unglaublichen Mengen an Gepäck an einem vorbeiziehen.
schwarzes-Lasten-Yak-vor-einer-Gebetsmühle
beladenes-Yak-in-Nepal
buntes Eingangstor zum Sagarmatha National Park in Nepal

Nach den ersten Höhenmetern und Abstiegen erreiche ich das Tor zum Sagarmatha National-Park. Bevor es jedoch zu der nächsten Etappe geht, muss ein Permit für den Sagarmatha National-Park entrichtet werden. 3.000 nepalesische Rupien ca. 25 USD kostet es für Trekker, die den Sagarmatha National-Park betreten wollen. Einheimische erhalten einen gesonderten Preis (100 NPR / 1 USD) sowie die Trekking Guides (1.500 NR / 13 USD).

Sagarmatha National-Park

Das Tor zum Sagarmatha-Nationalpark und Ziel für Höhenbergsteiger und Trekker auf ihrem Weg zum Mount Everest Trek. Seit 1979 gehört der Sagarmatha National-Park, mit einer Fläche von 1148 km² einen Großteil des Khumbu ein und gehört zum UNESCO Welterbe. Er grenzt im Norden an die Region von Tibet an.

Die Landschaft umgibt sich mit den drei Achttausender wie dem Mount Everest, Lhotse und dem Cho Oyu, sowie Gletscher und Täler.

Jede Menge Tiere haben hier ihre Heimat wie zun Beispiel der Schneeleopard, das Himalaya Murmeltier und eine Vielzahl von Vogelarten.

Fluß Dudhkoshi mit wehenden Gebetsfahnen in Nepal

Dudhkoshi, („Milch-Koshi-Fluss“)

Namensgeber für den Nationalpark ist der Mount Everest
(Nepali: सगरमाथा)
„Stirn des Himmels“

Sagar = Himmel, matha = Kopf, Stirn;

Dudhkoshi Nadi

Der Dudhkoshi (auch Dudh Kosi, Nepali दुधकोशी नदी IAST Dudhkoshī Nadī, heißt zu Deutsch „Milch-Koshi-Fluss“).

Es ist ein Fluss im Himalaya im östlichen Nepal, der die Khumbu-Region südlich des Mount Everest entwässert.

Etwas befremdlich wirkt auf mich der Hinweis:

 „…use only can beer…“

am Eingang zum Sagarmatha National-Park.

Tor zum Sagarmatha National Park in Nepal

Eingang zum Sagarmatha National-Park

Hund-liegend-auf-einer-Bank-in-Nepal
viele bunte Gebetsfahnen an einer Brücke in Nepal
kleiner Shop auf dem Weg nach Namche Bazar in Nepal

Wie so oft hat die Zunahme des Tourismus seine Licht- & Schattenseiten. Für Nepalesen bietet der Tourismus auch durchaus neue Chancen. Neben den immer mehr werdenden Lodges in der Region, gibt es auf dem Weg zum Everest Base Camp jede Menge „Shops“, die eine zusätzliche Einnahmequelle bedeuten.

In jedem kleinen Dorf gibt es auf dem Weg immer wieder winzige Shops, in denen man Kleinigkeiten kaufen kann. Von Schokoladenriegel bis hin zum Toilettenpapier findet der Trekker Artikel.

Aber auch die Infrastruktur wird immer weiter ausgebaut und bietet nicht nur den Trekkern eine komfortable Reise, sondern erschließt den Einheimischen immer mehr schnellere Transportwege.

Es gilt jedoch wie immer, alles mit Augenmaß und Bedacht zu tun. Als Tourist trägt man immer ein Stück Verantwortung mit sich.

Ich selbst esse seit Jahren keine Tierprodukte. In dieser Gegend ist es auch eher ein seltenes und wertvolles Gut. Jedes Fleisch, das auf dieser Höhe auf den Teller der Touristen kommt, hat meist einen weiten Weg hinter sich. Hier sollte man sich im  Klaren sein, was man zu sich nimmt und woher es stammt. Nicht nur aus einem aus gesundheitlicher Sicht, sondern auch ethischen Gründen, sollte man auf Fleisch verzichten.

Fleisch wird oft tagelang ohne Kühlung in die Regionen verbracht, kostet zusätzlich noch zu der meist spärlich vorhandenen Energie.

Yak in Nepal und Frau an der Gebetsmühle

Den Weg durch das Himalaya-Gebiet teilt man sich mit Sherpas, anderen Trekkern und Lastentieren. Sie gehen entweder auf- oder abwärts und tragen unglaubliche Lasten.

Das beste Mittel bei einer Begegnung mit breit beladenen Lastentieren ist, den Weg für sie freizumachen.
Maulesel transportieren Gasflaschen auf dem Weg nach Namche Bazar
Tempel-in-Nepal-auf-dem-Weg-nach-Namche-Bazar
Hoch oben, rechts von mir, bevor es über eine der zahlreichen Hängebrücken geht, wehen große bunte Fahnen im Wind. Es ist ein großes Kloster mit Blick auf den Dudhkoshi Nadi Fluss.

Unter dem Blick des Klosters, geht es über die wackelige Hängebrücke über den Fluss auf die andere Seite.

Nach einigen Höhenmetern geht es durch eine kleine Ortschaft. Auch hier findet sich ein kleiner Shop mit Allerlei Wegeproviant für die Trekker. Auch eine Toilette wird angepriesen, sowie eine „Hot Shower“. Ein wahrer Luxus auf dieser Höhe.
Am Ende des Dorfes steht eine riesige bunte Gebetsmühle. Eine Frau steht daneben und reziziert ihr Mantra und lässt die störischen Zho´s leise vorbeiziehen.
Porter auf dem Weg in Nepal
weißes Yak in Nepal mit nepalesischer Frau an der Gebetsmühle
Hillary Bridge in Nepal von Lukla nach Namche Bazar mit bunten Gebetsfahnen

Der Weg führt über die Hillary-Bridge

Die wohl bekannteste Brücke im Himalaya-Gebiet ist vermutlich die Hillary-Bridge. Sie führt über den Dudhkoshi-Fluss hinüber auf die andere Talseite des Kumjung-Gebietes.

Heute ist es soweit. Mein Weg führt über die historische Hillary-Bridge und ein entscheidender Teil auf meiner Nepal-Reise. Eine wichtige Verbindung für alle Nepalesen, Trekker und Bergsteiger, die in der Everest Region und Richtung Base Camp unterwegs sind.

Zahlen & Fakten der Hillary-Bridge

 

  • Höhe: 135 Meter
  • Länge: 60 Meter
  • Bau: Anfang der 2000er
  • Namensgeber: Sir Edmund Hillary
  • Höchste Hängebrücke in Nepal
  • Ort: führt über den Dudhkoshi Fluss (Khumbu Gebiet)
  • Verbindung zum Everest Base Camp und Namche Bazar

Man begann den Bau der Brücke in den 2000er und wollte somit die Infrastruktur entlang der Trekkingrouten in der Everest Region von Nepal aufwerten. Es ist eine Hommage an das Vermächtnis von Sir Hillary, um seine selbstlose Unterstützung für die Menschen in Nepal fortzuführen.

Der Bau der Brücke wurde durch unterschiedliche Organisationen sowie lokalen Gemeinschaften ermöglicht. Sie steht für die Verbesserung der Infrastruktur in abgelegenen Regionen Nepals durch die Zusammenarbeit der nepalesischen Bevölkerung und der internationalen Gemeinschaft. Sie ist ein Wahrzeichen entlang der Route.

Ein Stück historische Vergangenheit wackelt unter meinen Füßen. Ein Glücksgefühl und ein Hauch Abenteuer macht sich breit. Welche Abenteurer haben bereits diese Brücke passiert? Wieviele sind diesen Weg gegangen und wer ist nicht mehr zurückgekehrt?

Eines ist klar, es ist eine metaphorische Verbindung zum Hier und Jetzt.

Hillary-Bridge

 

Die Hillary-Brücke gilt mit einer Höhe von 135 Metern als eine der höchsten Hängebrücken in Nepal.

Sie erstreckt sich über eine Länge von bis zu 60 Metern.

Die ikonische Hillary-Bridge wurde nach Sir Edmund Hillary benannt.

Er bestieg zusammen mit Sherpa Tenzing Norgay

als Erster den Mount Everest.

Hängebrücke und Gebetsfahnen in Nepal

Hillary-Brücke, Everest Base Camp Trekking Route, Khumjung, Nepal

Menschen & Begegnungen

Zwischen all der Anstrengung begegnet mir auf meinem Weg immer ein Lächeln der Einheimischen, gefolgt von einem „Namaste“ zu Begrüßung.

Diese nepalesische Frau treffe ich beim vorbeigehen an der Gebetsmühle.

Sie spricht leise aber hörbar ihr Mantra. Sie unterbricht es und lässt die vorbeiziehenden Yaks passieren. Ich nutze die Chance, lächle sie an und deute auf meine Kamera. Sie nickt freundlich und ich mache ein Foto von ihr. Mit einem „Namaste“ bedanke und verabschiede ich mich, während sie ihr Mantra fortsetzt und die Gebetsmühle dreht.

Dann setze ich meinen Weg fort.

Namche Bazar - Tor zum Everest 1

Immer wieder begegnet man Einheimischen auf dem Everest Trekking. Das Leben hier oben ist anders und verlangt einige Entbehrungen und alternative Lösungen. So schleppen sie Alltagsgegenstände, Futter für die Tiere oder auch Baumaterial den ganzen Weg nach oben. Die Luft ist dünn, die Strecke lang und anstrengend.

Auch wenn die Nepalesen, die hier aufgewachsen sind, an die Umgebung gewohnt sind, wirkt es auf mich faszinierend und zugleich bewundernd, wie das Alltagsleben gemeistert wird und was der menschliche Körper unter diesen Voraussetzungen leistet.

Porter-in-Nepal-mit-Haushaltswaren
Nepalesische Frau mit Last in Nepal
Träger mit schwerer Last in Nepal
Collage von Namche Bazar Stadt in nepal

Namche Bazar, Nepal  3.440 m

Das „Tor zum Everest“

Immer wieder blitzen aus der Ferne die angereihten Häuser, ähnlich eines Amphitheaters, hervor. Nach 5 Stunden erreiche ich endlich Namche Bazar, die heimliche Hauptstadt vom Everest-Gebiet. Tor zum Everest.

Die Stadt, in der Mitte der Khumbu Region liegt kesselförmig oberhalb des Bhotekoshi auf einer Höhe von 3.440 m. Sie ist umgeben von zwei 6.000er Bergen, dem Thamserku (6.608 m) im Osten und Kongde Ri (6.187 m) im Westen.

Durch ein Steintor erreiche ich den Anfang der Stadt und sehe die Häuser vor mir. Im Vergleich zu den anderen Dörfern erscheint die Stadt riesig. Es geht zwischen Mauleseln und Yaks hinunter zur großen Stupa. Direkt dahinter liegt auch schon die Lodge in der ich zwei Tage bleibe.

Der Ort ist bekannt als lebhaftes Sherpa-Dorf im Khumbu Gebiet. Hier treffen sich auf dem Weg alle, die in Richtung Everest Base Camp unterwegs sind. Egal ob in einer Lodge, in einer deutschen Bäckerei oder in dem höchstgelegenen Irish Pub.

Das Stadtbild ist geprägt von einer großen Stupa, an den Stufen seitlich errichtete Wasser-Gebetsmühl und dem bunten Treiben verschiedener Nationen. Dabei ist das Dorf eng mit der Sherpa Kultur verbunden und wird daher oft als Sherpa-Zentrum bezeichnet. Zwischen all den Shops mit Trekking-Zubehör und Arzneimittel für Höhenkrankheit, findet man hier das Sherpa Culture Museum.

Nepal Trekking – Etappe 2

 

von Phakding nach Namche Bazar

Namche Bazar - Tor zum Everest 2
Namche Bazar - Tor zum Everest 3

Fortsetzung folgt…

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